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Die neue Arbeiterklasse

In einem Essay für den Deutschlandfunk, der auch als Textbeitrag aufrufbar ist (Link unten), beschreibt die Autorin Julia Friedrichs, wie es Menschen in unserem Land geht, wenn ihre Hoffnung stirbt, es „einmal besser zu haben“. Nun ist es kein Geheimnis: Die Mittelschicht schrumpft, die Schwere zwischen arm und reich geht auseinander; Effekte, die sich durch die zuletzt gestiegene Inflationsrate verstärken werden. Die Autorin sagt, dass eine neue Arbeiterklasse entstanden ist, bestehend aus einem neuen Typ von Arbeitern, die für wenig Geld in der Dienstleistungsbranche schuften oder als Freiberufler im wachsenden Prekariat. Arbeiter sind aus ihrer Sicht die, die auf ihre Einkommen angewiesen sind und über kein Kapital verfügen. Und ihnen geht es relativ schlechter, obwohl der Kuchen – der Wohlstand insgesamt – größer wird. Die Autorin: „In unserem reichen Land ist zu wenig Wohlstand in die untere Hälfte durchgesickert.“ Sie reichert ihren Befund mit kurzen Porträts und beispielhaften Einblicken in den Alltag von Menschen an, die mit ihren Fulltime-Jobs gegen den wirtschaftlichen Untergang ankämpfen. Mindestlohn zwölf Euro? Kein Problem, dann wird die Arbeit eben verdichtet. Julia Friedrichs beschränkt sich in ihrem Beitrag weitgehend auf eine Beschreibung der Situation, Lösungen spricht sie nur am Ende in wenigen Stichworten an: „Höhere Löhne, eine Umverteilung der Steuerlast von der Arbeit hin zu Vermögen, Wohnungen, die sich auch die Working Class leisten kann, Schulen, die alle bilden, eine soziale Absicherung, die alle Generationen trägt.“ Fügen wir ihrer Aufzählung noch die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens hinzu, auch wenn diese noch auf ihre Realitätstauglichkeit zu testen wäre.

Working Class/Die Wohlstandsillusion
Zu dem Thema hat Julia Friedrichs auch ein Buch veröffentlicht: „Working Class: Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können“.

Veröffentlicht in # 01-22 Gerechtigkeit Wirtschaft

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